BOOSTER

Der Biomasse-Flugstromvergaser BOOSTER (engl. Biomass pilOt-Scale enTrained flow gasifiER) ist eine industrienahe Versuchsanlage zur Untersuchung des Vergasungsverhaltens von roher und unbehandelter Biomasse. Dabei wird die Biomasse fein aufgemahlen (< 0,3 mm) und durch eine pneumatischer Dichtstromförderung über einen Drall-Brenner in den Reaktorraum gebracht. Der Drall-Brenner sorgt für eine effektive Durchmischung mit Vergasungsmitteln wie Luft, Sauerstoff, Dampf oder Kohlendioxid.

Die Anlage hat eine thermische Leistung von bis zu 200 kW und kann bei bis zu 5 barg betrieben werden. Der Reaktionsraum hat einen Durchmesser von 250 mm und eine Länge von ca. 1,8 m. Die gesamte Anlage ist zur thermischen Isolierung feuerfest ausgemauert. Es werden Wandtemperaturen bis 1600 °C erreicht. Das heiße Synthesegas wird nach dem Reaktionsraum in einem Wasserquench auf 50 °C abgekühlt. Anschließend durchläuft es einen beheizten Partikelfilter und wird in einer Fackel verbrannt.

Um Gas- und Partikelproben zu entnehmen ist eine höhenverstellbare Lanze in der Mitte des Reaktionsraumes installiert. Das Gas wird anschließend in einem Online-Gasanalysator (NDIR, TCD, paramagnetischer Sensor) und einem Feuchtesensor auf die Hauptgaskomponenten CO, CO2, H2, O2, CH4, H2O und N2 analysiert. Zudem ist ein GC-TCD zur zusätzlichen Messung von C2Hx Komponenten installiert. Teere werden an einem beheizten Seitenport via SPA-Methode entnommen und später in einem GC-FID analysiert. Weitere Analysatoren und Messmethoden sind vorhanden, um HCN, NH3, H2S, NOx und HCl zu quantifizieren. Die Partikel werden in einem Filter abgefangen und können anschließend als Probe entnommen werden. Im Labor können dann Untersuchungen zu Partikelverhalten und Vergasungskinetik angestellt werden.

Die Anlage besitzt unterschiedliche Brenner für den Luft- und den Sauerstoffbetrieb. Der Sauerstoffbrenner COxy birgt die Möglichkeit Brennerparameter wie den Sauerstoffdrall und die Ausströmgeschwindigkeit zu variieren und damit Studien zur Flammenstabilität bei unterschiedlichen Betriebsparametern durchzuführen. Die Flamme kann über eine Flammenkamera beobachtet werden.

Ansprechpartner: Philipp Johne